Vortrag: Was ist Intersektionalität? | 04.11.21

Wir von Unser Campus und RUB bekennt Farbe laden euch am 04.11.21 herzlich zum Vortrag „Was ist eigentlich Intersektionalität?“ ein. Mit diesem Vortrag eröffnen wir eine gemeinsame Vortragsreihe zum Thema „Hochschule und Intersektionalität“.

 

 

Juliana Kolberg vom Verein xart splitta wird am 04.11.21 um 18 Uhr die Entstehungsgeschichte  von Intersektionalität (Mehrfachdiskriminierung) erläutern und deren Bedeutung für das Lernen und Lehren an der Hochschule veranschaulichen.

Menschen können aufgrund vielfältiger Faktoren Diskriminierung erfahren: z. B. Geschlechtsidentität, Hautfarbe, sexuelle Orientierung, Religion, Alter, Behinderung, Klasse. Diese Diskriminierungsformen können aber auch mit einander verwoben sein. Ein trans Frau, die einen Rollstuhl benötigt, wird in der Uni andere Erfahrungen machen als ein cis Mann.

In der Wissenschaft wird in dem Fall auch von Intersektionalität gesprochen: damit wird auf die Wechselbeziehungen und Überlagerungen verschiedener Achsen der sozialen Ungleichheit und den daraus hervorgehenden spezifischen (Diskriminierungs-)Erfahrungen eingegangen.

 

 

Der Vortrag wird via Zoom stattfinden:

https://ruhr-uni-bochum.zoom.us/j/63638876107?pwd=UHdRMVpVYzNVVE00UnZVaDlCY3hVQT09

Meeting-ID: 636 3887 6107
Passwort: 135505

Falls ihr euch vorab schon mal ein bisschen in die Thematik einlesen möchtet, schaut in unserem Moodle-Kurs vorbei!

Rassismuskritische Hochschule

Text: Alina Adrian

Rassismus ist eine spezifische Form der Diskriminierung gegenüber nicht-weiß gelesenen Menschen: Anti-Schwarzer Rassismus, antimuslimischer Rassismus, antiasiatischer Rassismus sowie Rassismus gegenüber Rom*nja und Sinti*zze. Je nach theoretischer Grundlage kann auch Antisemitismus dazu gezählt werden. Diese verschiedenen Rassismen sind historisch gewachsene Konstrukte mit verschiedenen Entstehungsgeschichten, um Gewalt und Unterdrückung gegenüber nicht-weiß gelesenen Menschen zu legitimieren. Bis heute strukturieren rassistische Wissensbestände unsere Welt. Das bedeutet, erstens sind wir alle eingebettet in diese Ungleichheitsstruktur und zweitens, dass wir alle rassistische Wissensbestände und Verhaltensweisen erlernt haben.

Aber es ist sehr wichtig zu verstehen, dass uns Rassismus nicht auf dieselbe Art und Weise betrifft, sondern dass weiße Menschen weiße Privilegien haben, die nicht-weiße Menschen nicht haben und dass nicht-weiße Menschen Diskriminierungen und Gewalt erfahren, die weiße Menschen niemals erfahren können.
Dabei ist rassistische Diskriminierung nicht alleine stehend: Eine Schwarze Frau erfährt eine andere Form der Diskriminierung als ein muslimischer Mann.

Auch unser Campus ist keine rassismusfreie Zone:

Rassismus ist in die Institution Hochschule eingeschrieben, beispielsweise in Form des institutionellen Rassismus. Rassismus spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab: Es gibt den institutionellen, den internalisierten und den interpersonalen Rassismus und den Alltagsrassismus. 

„Auf diesen Ebenen werden Machtverhältnisse geschaffen, die die gesellschaftlichen Strukturen und sogar globare Hierarchien zwischen Ländern und zwischen Kontinenten herstellen. Der Begriff ’struktureller Rassismus‘ bezeichnet dementsprechend rassistische Machtmechanismen, die in Individuen, Gesellschaften oder Institutionen verankert sind und diese negativ beeinflussen.“ (Natasha A. Kelly).

Hier geht’s zum Interview mit Prof. Karim Fereidooni zum Thema rassismuskritische Hochschule!