Aktion: Wir sagen „Nein!“ zu Catcalling auf dem Campus

 

Geiler Arsch, Süße“, „Heute Abend noch was vor?“ und Bleib doch mal stehen, Schätzchen!“ sind noch tendenziell harmlose Kommentare, die sich viele Menschen auf ihrem Heimweg, bei der Arbeit, an der Uni oder in anderen öffentlichen Einrichtungen anhören müssen. Diese Art der Belästigung wird als Catcalling definiert und bezeichnet verbale, sexuell anzügliche Belästigung von i.d.R. Cis-Männern (Cisgender: Menschen, die sich mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren) gegenüber weiblich gelesenen Personen – es kann aber jeden betreffen. Unter Catcalling fallen außerdem auch sexuell anzügliche Gesten, übergriffige Aufforderungen zu sexuellen Handlungen oder Hinterherpfeifen.

 
 
 

Selbst im Jahre 2022 wird Catcalling im Strafgesetzbuch nicht als Straftat identifiziert. Damit Catcalling als eine solche anerkannt wird, muss es – laut Gesetz – zu körperlichen Berührungen gekommen sein. Nur in Ausnahmefällen wird Catcalling strafrechtlich verfolgt, nämlich dann, wenn die Zurufe einer Beleidigung entsprechen.

Im Rahmen des Seminars Unser Campus – eine Hochschule ohne Gewalt setzen wir als Studierende mit dieser Aktion ein Zeichen gegen Catcalling, denn sexuelle Belästigung ist kein Kompliment und beginnt nicht erst bei Körperkontakt, sondern dann, wenn deine persönlichen Grenzen überschritten wurden. Dabei ist anzumerken, dass jede Person selber Grenzen setzt und darüber entscheiden darf, wann etwas für sich persönlich als Belästigung gilt. Kommentare von i.d.R. Cis-Männern, die Catcalling mit Aussagen wie „Stell dich nicht so an!“ oder „Frauen sind so empfindlich geworden!“ verharmlosen möchten, sind dabei außer Acht zu nehmen.

 

 

Solltest du betroffene Personen kennen oder selber von Catcalling betroffen sein, wende dich bei Interesse daran, deine Erfahrungen zu teilen und mit uns ein Zeichen gegen Catcalling am Campus zu setzen, an unsere E-Mail-Adresse (catcallingamcampus@gmail.com) und schildere uns deine Erfahrungen. Die Einsendungen werden wir im Rahmen unseres Projekts anonym (!) veröffentlichen. Wir versprechen, alle eingesendeten Mails diskret zu behandeln.

Wenn du Catcalling auf dem Campus erfahren musstest und dagegen vorgehen oder mit jemandem darüber sprechen möchtest, kannst du dich an folgende Anlaufstellen wenden:

Zentrale Gleichstellungsbeauftragte (gleichstellungsbuero@rub.de),

Wildwasser Bochum e.V. (www.wildwasserbochum.de),

Weitere Anlaufstellen unter: www.unser-campus.de/anlaufstellen-information-und-beratung/

 

Als Betroffene*r gibt es keine Gründe dafür, sich vorzuwerfen, falsch gehandelt oder falsch reagiert zu haben, denn ein kurzer Rock, ein weiter Ausschnitt oder ein verunsichertes Auftreten sind keine Einladung zum Catcalling.

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